Als Olaf Scholz im Jahr 2016 noch Erster Bürgermeister Hamburgs war, gab er den entscheidenden Impuls für die Entwicklung von DIPAS. Heute setzt die Hansestadt mit diesem Digitalen Partizipationssystem bundesweit Maßstäbe: Bürgerinnen und Bürger können sich so umfassend, transparent und zeitgemäß an kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen beteiligen – gestützt auf moderne Dateninfrastrukturen und digitale Medien.
Claudius Lieven, Leiter des Entwicklungsprojekts und der Stadtwerkstatt Hamburg, beschreibt den Nutzen so: „Digitale Beteiligungsverfahren können Stadtentwicklungsvorhaben sehr gut vermitteln und visualisieren. Wir können Bauvorhaben und städtebauliche Entwicklungen sehr gut mit Karten, Plänen und 3D-Modellen veranschaulichen, sodass Bürgerinnen und Bürger besser einschätzen können, was entstehen soll, und ihr Feedback dazu geben.“
Partizipation jederzeit und überall
Damit das gelingt, bündelt die gemeinsam von der Stadt Hamburg und der HafenCity Universität entwickelte Software sämtliche relevanten Daten: städtische Geodaten, Luftbilder, Informationen der Urban-Data-Plattform, das virtuelle 3D-Stadtmodell sowie die digitale Bauleitplanung. All diese Quellen fließen auf einer einzigen Plattform zusammen.
DIPAS visualisiert diese Informationen anschließend auf PCs und mobilen Endgeräten. Mit dem Modul DIPAS_stories lassen sich Projekte mithilfe von Storytelling-Techniken darstellen – ähnlich wie Journalistinnen und Journalisten komplexe Zusammenhänge Schritt für Schritt erklären.
So können sich Bürgerinnen und Bürger jederzeit über Vorhaben informieren und unabhängig vom Aufenthaltsort an Beteiligungsverfahren teilnehmen. Das erleichtert insbesondere Menschen die Mitwirkung, die wenig Zeit haben – etwa wegen Arbeit, Kinderbetreuung oder Pflegeaufgaben. Auch Jugendliche, die lieber über ihr Smartphone kommunizieren, erreicht die Stadt so deutlich besser.
Für Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität eröffnet DIPAS neue Möglichkeiten der Teilhabe. Zudem können Kommunen Informationen in verschiedenen Sprachen bereitstellen – etwas, das in klassischen Präsenzveranstaltungen nur selten gelingt.
Alle Daten auf einem Tisch
Eine lebendige Demokratie lebt jedoch nicht nur von digitalen Angeboten. Deshalb hat Hamburg ergänzend sogenannte Datentische entwickelt – große, interaktive Touchscreens, an denen mehrere Personen gemeinsam Planungsunterlagen betrachten und diskutieren können. Bürgerinnen und Bürger können dort Kommentare oder Zeichnungen direkt in Karten und Dokumente einfügen.
Die Technologie basiert auf dem Kartenmodul des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung, das auch das Open-Source-Geoportal der Stadt betreibt. Die Datentische kommen in Stadtteilbüros oder bei Informationsveranstaltungen zum Einsatz.
DIPAS spielt sämtliche Kommentare und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger direkt in die Fachverfahren der zuständigen Ämter zurück. Die Beiträge werden unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht – so können Behörden sie unkompliziert weiterverwenden. Gleichzeitig entsteht ein wachsender, strukturierter Datenbestand, der zukünftige Projekte unterstützt.
Weitere Informationen finden sich unter anderem auf der offiziellen Projektseite dipas.org sowie im städtischen Beteiligungsportal beteiligung.hamburg.


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